Unter der Bezeichnung Oldtimer-Recht werden solche Rechtsthemen zusammen gefasst, die beim Kauf und Verkauf von Oldtimern relevant sind. Vergleichbar zum Autorecht handelt es sich um eine Querschnittsmaterie. Viele Bereiche des Oldtimerrechts stimmen mit dem allgemeinen Autorecht überein. Der Schwerpunkt liegt jedoch auf den Besonderheiten des Oldtimers im Vergleich zum "normalen" PKW. Solche Besonderheiten sind vor allem damit verbunden, dass Oldtimer oft besondere Sammler- oder Liebhaberstücke sind und sie nicht so einfach austauschbar sind. Außerdem können Oldtimer, im Gegensatz zu neuen Kfz, als Wertanlage gesehen werden. Aufgrund des hohen Alters treten besondere Fragen im Bereich der Sachmängelhaftung auf.

Begriff des Oldtimers

Was genau ein Oldtimer ist, ist gesetzlich genau normiert. Nach § 2 Nr. 22 FZV fallen unter den Begriff des Oldtimers alle Fahrzeuge, die vor mindestens 30 Jahren erstmals in Verkehr gekommen sind und darüber hinaus weitestgehend dem Originalzustand entsprechen, sowie in gutem Erhaltungszustand sind. Daneben hat sich der Begriff des "Youngtimers" für Fahrzeuge, die vor mindestens 20 Jahren in Verkehr kamen, herausgebildet. Diese sind allerdings nicht gesetzlich normiert.

Der Oldtimer-Kaufvertrag 

Die rechtlichen Rahmenbedingungen des Autokaufs gelten auch bei dem Erwerb eines Oldtimers. Der Vertrag zum Kauf eines Oldtimers entspricht dem zum Kauf eines "normalen" KFZ. Auch ein Kaufvertrag über einen Oldtimer aus verschiedenen Gründen angefochten werden. Hierbei gelten dieselben Regelungen, wie bei der Anfechtung eines Autokaufvertrags.

Bei den Verträgen kommt es aber, noch mehr als beim sonstigen Autokauf, oftmals auf die genauen Vereinbarungen an. Das liegt vor allem daran, dass es bei Oldtimern regelmäßig nicht gelingt, "übliche" Beschaffenheiten festzustellen, die das Fahrzeug aufweisen soll. Gebräuchlich ist das Verwenden von Zustandsnoten von 1 bis 5 beim Handel mit Oldtimern, durch die der Zustand deutlich wird. Zustand 1 verspricht beispielsweise einen makellosen Zustand ohne Gebrauchsspuren an Technik und Optik. Zustand 5 beschreibt einen mangelhaften Zustand, wobei der Oldtimer nicht fahrbereit ist und umfangreiche Arbeiten erforderlich sind.

Gewährleistung beim Oldtimer-Kauf

Auch beim Kauf eines Oldtimers kann es, wie beim Autokauf dazu kommen, dass das Fahrzeug mangelbehaftet ist. Dem Käufer stehen in diesem Fall natürlich ebenso Gewährleistungsrechte gegen den Verkäufer zu. Der Rücktritt vom Vertrag als wichtiges Gewährleistungsrecht ist dabei in den Grundzügen identisch mit dem Rücktritt beim Autokauf bzw. der KFZ-Wandlung. Es ergeben sich jedoch Besonderheiten bei der Einstufung von Mängeln, gerade durch viele Sondervereinbarungen, die schwere Bestimmung einer "üblichen" Beschaffenheit und das Verwenden von Zustandsnoten. So ist nicht jeder Rostschaden beim Oldtimer sofort ein Mangel, es kommt sehr stark auf den konkret geschlossenen Vertrag an.

Mehr zum Rücktritt vom Oldtimer-Kaufvertrag...

Schadensersatz im Oldtimer-Recht

Kommt es zu einem Verkehrsunfall mit einem Oldtimer gelten grundsätzlich die gleichen Regelungen, wie beim Unfall mit einem anderen Kfz. Auch die grundlegenden Betrachtungen zu Personenschäden im Autorecht finden hier Anwendung. Bei Sachschäden ist jedoch eine Differenzierung vorzunehmen. Das hat vor allem den Grund, dass ein Oldtimer oftmals ein Liebhaber- oder Sammlerstück ist und nicht einfach ersetzt werden kann. Außerdem kann es schwierig sein, die richtigen Ersatzteile zu finden.

Besonders problematisch ist die Frage, ob der Oldtimer wirtschaftlich gesehen überhaupt repariert werden darf. Nach der Rechtsprechung dürften die Reparaturkosten maximal 130% des Wiederbeschaffungswerts betragen. Werden bestimmte Ersatzteile benötigt, die mit hohen Beschaffungs- oder Herstellungskosten verbunden sind, ist diese Grenze schnell überschritten. Für Oldtimer wurde bisher keine gesonderte Regelung entwickelt. Es scheint jedoch wenig sinnvoll, die 130% Regelung anzuwenden, da es schwierig sein kann, ein entsprechendes Ersatzfahrzeug zu finden und Oldtimer ohnehin als "erhaltungswürdige Fahrzeuge" eingestuft sind.

Darüber hinaus kann auch bei Oldtimern eine merkantile Wertminderung durch den Unfall geltend gemacht werden. Anders als im sonstigen Autorecht ist die Wertminderung hier unabhängig vom Alter des Fahrzeugs und ähnlichen Faktoren. Vielmehr kommt es darauf an, ob die historische Substanz verletzt wurde (etwa der noch erhaltene Originallack) und ob beim Wiederverkauf ein geringerer Wert erzielt werden würde, als wenn der Oldtimer unfallfrei gewesen wäre.

Wird der Oldtimer wirklich nur als Liebhaber- oder Sammlerstück neben anderen Fahrzeugen, die der alltäglichen Nutzung dienen gehalten, so besteht für die Zeit der Reparatur kein Anspruch auf Entschädigung des Nutzungsausfalls. Dieser dient nur der Entschädigung, wenn der Geschädigte nicht auf ein anderes Fahrzeug zurückgreifen kann.

 

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