Der Gebrauchtwagenkauf von Privat ist regelmäßig für beide Vertragspartner, Käufer und Verkäufer, im Vergleich zu einem Fahrzeug(ver)kauf über einen Händler vorteilhaft. Der private Verkäufer kann einen höheren Verkaufspreis erzielen und der Käufer zahlt einen geringeren Preis, als dies bei einer Abwicklung über einen Händler der Fall wäre. Deshalb ist der Gebrauchtwagenkauf von Privat beliebt und weit verbreitet. Allerdings ist er nicht ohne Tücken.

Die besonderen Probleme beim Gebrauchtwagenkauf von Privat resultieren im Wesentlichen aus folgenden Punkten:

  • Fahrzeugalter und technische (Fach-) Kenntnisse
  • Abgrenzung Mangel/Verschleiß
  • Verkürzung oder Ausschluss der Gewährleistung
  • Arglistige Täuschung

Fahrzeugalter und technische (Fach-) Kenntnisse


Gebrauchtwagen sind aufgrund ihres Alters grundsätzlich fehleranfälliger als neue Fahrzeuge. Die Wahrscheinlichkeit, dass es zu Defekten am Fahrzeug kommt ist damit allgemein deutlich größer als bei Neufahrzeugen.

In vielen Fällen kommt erschwerend hinzu, dass die Vertragspartner die technischen Details und damit den Zustand des Fahrzeugs nicht, oder jedenfalls nicht so gut kennen (können), wie dies bei einem Händler der Fall ist. Sie gehen damit ein höheres Risiko ein, ein schon defektes Fahrzeug zu (ver)kaufen. Welche Konsequenzen sich daraus für wen ergeben, hängt vom Einzelfall, insbesondere der Vertragsgestaltung zur Gewährleistung (siehe unten) ab.

Insgesamt lässt sich aus der praktischen Erfahrung festhalten, dass bei Gebrauchtfahrzeugen wesentlich öfter über Defekte und deren rechtliche Beurteilung gestritten wird, als dies bei Neufahrzeugen der Fall ist.

Abgrenzung Mangel und Verschleiß beim Gebrauchtwagenkauf

Kommt es zu einem Defekt am Fahrzeug, bedeutet dies noch nicht unbedingt, dass auch gleich ein Mangel vorliegt. Nur ein Mangel berechtigt jedoch den Käufer, von seinen Gewährleistungsrechten Gebrauch zu machen. Vorstellbar ist auch, dass der Defekt aus dem Verschleiß eines bestimmten Bauteils resultiert. Dann stehen dem Käufer keine Gewährleistungsrechte zu.

Die Abgrenzung zwischen Mangel und Verschleiß ist eine Frage des Einzelfalls. Allgemein lässt sich sagen, dass bei Gebrauchtwagen schon aufgrund ihres Alters öfter Verschleiß-Situationen auftreten, als dies bei Neuwagen der Fall ist.

Verkürzung und Ausschluss der Gewährleistung

Beim Gebrauchtwagenkauf ist eine Verkürzung der Gewährleistung allgemein möglich. Soweit Gebrauchtwagen von Privat gekauft werden, kann die Gewährleistung sogar vollständig ausgeschlossen werden. Zu beachten ist allerdings, dass eine solche Vereinbarung zwischen den Vertragsparteien ausdrücklich getroffen werden muss. Das Gesetz sieht nämlich keine besondere Gewährleistung beim Gebrauchtwagenkauf vor. Außerdem müssen die Beschränkung oder der Ausschluss der Gewährleistung auch wirksam sein.

Weitere Einzelheiten zu Gewährleistung beim Gebrauchtwagenverkauf... und zum Ausschluss der Gewährleistung beim Gebrauchtwagenkauf...

Arglistige Täuschung beim Gebrauchtwagenkauf von Privat

Immer wieder ist beim Gebrauchtwagenkauf auch festzustellen, dass ein Vertragspartner arglistig getäuscht wurde. So werden insbesondere Unfallschäden verschwiegen oder falsche bzw. manipulierte Kilometerstände angegeben. In solchen Fällen kann der Getäuschte den Kaufvertrag anfechten und dadurch im Ergebnis sein Geld zurückfordern. Der Anfechtung kommt vor allem dann eine besondere Bedeutung zu, falls die Gewährleistung eingeschränkt oder ausgeschlossen ist. Dann kann der Käufer zwar keine Gewährleistungsrechte geltend machen. Die Anfechtung ist aber möglich. Sie kann nicht ausgeschlossen werden.

Weitere Einzelheiten zur arglistigen Täuschung und Anfechtung beim Gebrauchtwagenkauf...


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